Camp Lipa

Die letzten Tage habe ich doch noch Einiges hochgeladen. Aber ich hatte es leider die letzten Monate wirklich vernachlässigt und ich wollte euch diesen Beitrag einfach nicht vorenthalten. Heute soll es um das „Single-Men“ Camp Lipa gehen.

Um Bihac herum gab es insgesamt vier Camps. „Sedra-Camp“, „Miral-Camp“, „Borici-Camp“ und „Lipa-Camp“. Das „Sedra-Camp“ wurde kurz vor meinem Aufenthalt in Bosnien geschlossen. Etwa im Juni/Juli letzten Jahres und „Miral“ wurde diesen Mai zu gemacht. Das heißt aktuell existieren nur noch „Borici“ und „Lipa“. Der Hauptgrund, weshalb die Camps geschlossen wurden ist, dass man wollte, dass alle Flüchtlinge in einem Camp untergebracht werden sollen. So hat man eine bessere Kontrolle über die ganze Situation und kann besser festhalten, wie viele Geflüchtete sich aktuell im Camp beziehungsweise im Land aufhalten. Neben Bihac gibt es noch zwei weitere Camps in Sarajevo, wo der JRS ebenfalls vertreten ist.

Kurz über das Camp „Borici“. Es handelt sich um ein Familiencamp und liegt ziemlich nahe am Stadtzentrum. Dort sind Familien untergebracht aus vielen verschiedenen Ländern. Wie zum Beispiel Afghanistan, Pakistan, Burundi oder auch aus Kuba. Aber nicht nur Familien finden hier Schutz. Vereinzelt gibt es auch Jugendliche oder junge Erwachsene. Viele von ihnen sind meistens alleine dort und noch zu jung für das Männer Camp. Ich war nur ein paar Mal dort, aber es hat mir gut gefallen! Ich habe viele nette Menschen kennengelernt und es gab tolle Unterhaltungen. Allerdings, wie die meisten ja wahrscheinlich wissen, kann ich nicht so perfekt mit Kindern, deshalb lag mir die Arbeit in Lipa beziehungsweise in Outreach einfach besser.

Lipa. Dem ein oder anderen vielleicht schon ein Begriff, durch das große Feuer Ende des Jahres 2020. Das komplette Camp ist abgebrannt. Damals bestand es auch noch aus Zelten und war daher auch leichter entzündlich. Dieses Feuer war auch der Grund dafür, dass JRS das Programm Outreach ins Leben gerufen hatte. Könnt ihr da auch gerne nochmal nachlesen. Lipa wurde dann wiederaufgebaut und man hat Container statt Zelte verwendet. Etwas kostspieliger, aber effektiver, sicherer und sauberer. Und vor allem in einem Land wie Bosnien, mit so hohem Niederschlag, sind Container einfach besser.  Zum Zeitpunkt meiner Ankunft lebten dort etwa 700-900 Menschen. Aktuell sind es weniger als 100.

Der JRS hat in Lipa zwei Container, die uns zur Verfügung stehen. In einem finden IT-Workshops statt und in dem anderen wurde ein kleiner Friseursalon eingerichtet. Neben diesen beiden Containern kann man zusätzlich ab und an auch selbst Aktivitäten beziehungsweise Workshops anbieten. Man muss es nur rechtzeitig ankündigen.

Der Friseur ist immer sehr gut besucht und man kommt daher eigentlich kaum pünktlich weg. Dafür hat man aber auch das ein oder andere Mal sehr spannende und interessante Gespräche. Und man freundet sich auch mit der ein oder anderen Person gut an. Die Aufgabe hierbei besteht meistens daraus die Personalien, sprich die Informationen, welche auf den Karten der Flüchtlinge stehen, die vom Camp erstellt werden zu notieren. Das hört sich zwar nach kaum Arbeit an, allerdings kommt man so auch schnell in Unterhaltungen und da vergehen die Stunden wirklich wie im Flug! Dennoch läuft nicht immer alles reibungslos. Manche von ihnen tun dann so als hätten sie keine Karte dabei oder wollen sie mir nicht geben. Da muss man bei der ein oder anderen Person auch mal einen anderen Ton anlegen, aber meistens rücken sie sie dann schon raus, hihi.

Aber auch die IT-Workshops waren gut besucht. Dadurch, dass die meisten der Flüchtlinge sich kaum in diesem Bereich auskennen, haben wir ihnen die Basics etwas erklärt. Also wie zum Beispiel Microsoft Word oder Power Point. Also man hat keine professionellen Kenntnisse gebraucht. Nicht alle, aber viele von ihnen waren auch wirklich wissbegierig und wollten wirklich was lernen. Andere hingegen kamen nur um kostenlos an einen Computer zu können und You-Tube zu schauen. Das hat schon manchmal gestört, aber man hat immer irgendwie eine Lösung gefunden.

Im Großen und Ganzen hat mir die Arbeit im Camp Spaß gemacht. IT habe ich lieber gemacht als den Friseur, weil ich für mich gemerkt habe, ich sitze einfach ungern den ganzen Tag nur rum und unterhalte mich. Es war zwar schön, aber 100% erfüllt hat es mich nicht. Ich war aber auch nicht so häufig, wie andere im Camp, daher kann ich nur von der Zeit sprechen, in der ich auch drin war. Es ist allerdings im Camp nicht erlaubt Bilder zu machen, außer in den Containern. Daher werde ich hier keine veröffentlichen.

Je nach dem wann ich dazu komme lade ich morgen beziehungsweise die Tage noch einen kleinen Abschlussbeitrag hoch. Einen Beitrag, wo ich das Jahr noch einmal Revue passieren lasse. Da bin ich dann mit großer Wahrscheinlichkeit schon wieder zurück in Deutschland.

Schönen Start morgen in die Woche und wir sehen uns!

Eure Patty

2 Gedanken zu “Camp Lipa

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